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Kastensystem

Kastensystem

Das Kastensystem im Yezidentum

 

Die yezidische Gesellschaft unterteilt sich seit Scheich Adi in drei streng endogame Kasten. Die Scheichs stellen die oberste Kaste und sollen, so die Yeziden, von den Engeln abstammen die die Yeziden verehren.Innerhalb der Kaste unterteilen sich die Scheichs nochmals in Sieben Unterkasten, die sich wiederum nach drei endogamen Gruppen ausrichten. Den Adani, Schemsani und Khatani (Xatani). In dieser Reihenfolge ist auch die Führungsstellung dieser Unterkasten zu sehen. Informationen nach, die ich aus verschiedenen Gesprächen mit yezidischen Gelehrten habe, sollen die Adani Scheichs Nachfahren der Familie von Scheich Adi und die Schemsani Scheichs Nachfahren der Familie von Scheich Schems, dem damaligen Oberhaupt der Yeziden vor Scheich Adi sein. Die Khatani Scheichs wiederum sollen Begleiter und Freunde von Scheich Adi gewesen sein. Dafür spricht auch, das die Adani Scheichs auch heute noch die höchste religiöse Autorität innerhalb der Gesellschaft vertreten. Es darf auch nur innerhalb dieser Untergruppen geheiratet werden. Auf die Heiratsregeln werde ich im nachfolgenden Punkt noch näher eingehen, weil diese meiner Meinung nach heute nicht mehr zeitgerecht sind und eine Gefahr für den Fortbestand der Bevölkerung bedeuten. Die Aufgabe der Scheichs ist es die Religion an die yezidische Bevölkerung weiter zu geben und die Zeremonien zur "Taufe" der Söhne einzuleiten, bzw. durch zu führen. Weiter gehört es zu den Aufgaben der Scheichs als Schlichter bei Streitigkeiten innerhalb der Bevölkerung für "Ordnung und Gerechtigkeit" zu sorgen. Es ist hierbei zu bemerken, das der Scheich, besonders heute, keine richtende, sondern nur eine schlichtende Funktion hat. Jeder yezidische Clan, es sollen bis zu 60 sein, wird von einer bestimmten Untergruppe der Scheichs "betreut", während die Mitglieder der Clans dem Scheich gegenüber Abgabepflichtig sind.

In der Hierarchiefolge der Kasten folgen den Scheichs die Kasten der Pîr, die es als Priester schon vor der Reform Scheich Adis gegeben hat. Die Pîr waren ursprünglich die religiösen Führer der Yeziden gewesen und haben eigentlich den gleichen Status wie die Scheich. Durch die Reformen Scheich Adis wurden die Scheichs, vermutlich um die Position der Adi Familie zu stärken, hervor gehoben. Auch hier ist jeder Yezide verpflichtet einem Pîr, bzw. einer Pîr-Kaste zu folgen. Einer Pîr-Kaste aus dem Grund weil sich auch die Kaste der Pîr in Neun verschiedene Unterkasten teilt, von denen heute wenigsten schon eine durch die Heiratsregeln von Aussterben bedroht sind. Als religiöse Führer haben die Pîr die Aufgaben unter anderem, wie auch die Scheichs, die Waschungen der Toten durch zu führen und die Religion zu vermitteln.

Die Murids (Laien) stellen die größte Gruppe der Yeziden und das unterste Glied der Hierarchiefolge. Sie sind verpflichtet den Scheichs und den Pîrs zu folgen und haben auf der anderen Seite das Recht von den Scheichs und den Pîrs in die Religion eingewiesen aber nicht unterwiesen zu werden. Das resultiert wahrscheinlich auch aus der Situation das man vor ca. 900 Jahren die Angst hatte an Einfluss zu verlieren, wenn zu viele Anhänger zu viel wussten.

Das sind die drei Kasten innerhalb der Religion und der Gesellschaft. Weiter gibt es eine streng geprägte Hierarchiefolge innerhalb der Funktion der Gelehrten und der religiösen Führer. Die gesamte Hierarchie ist wie nachfolgend gegliedert.

1. Mîr (Fürst)

Der Mîr stellt heute das absolute Oberhaupt der Yeziden dar. Er steht in einer hierarchischen Erbfolge und kann bis zu seinem Tod nicht ersetzt werden. Scheich Adi und auch Taus î Melek werden symbolisiert. Von den Yeziden wird beschrieben. das er seit her das Oberhaupt der Gemeinschaft gewesen ist, was meiner Ansicht nach nicht der Fall sein kann weil es den Berichten über Scheich Schems, der sich nicht als Mîr bezeichnete und Scheich Adi nach erst im 13. Jhdt. zu einer Zwangsübernahme der Führung der Gesellschaft durch einen Fürsten kam. Sicher hatten die Yeziden schon vor Scheich Adi Fürstliche Oberhäupter, es bleibt aber zu bezweifeln, das es die Vorfahren der heutigen Fürstenfamilie gewesen sind.

2. Pismîr

Die Pismîr sollen, so Kizilhan, Verwandte von Scheich Adi gewesen sein. Sie vertraten über lange Zeit die Gruppe der Intellektuellen und derer, die die politische Richtung gewiesen haben (vgl. Kizilhan 1997). Auch hier komme ich zu dem Schluss, das diese gesellschaftliche Stellung bewusst auf Verwandte des Scheich Adi übertragen worden ist, weil man sich damit die macht und die gesellschaftliche Stellung sichern wollte. Wenn das Volk nicht zu viel weiß, so kann es die Autorität der Oberen nicht in Frage stellen. Und das ist es auch, was hier teilweise bewirkt wurde.

3. Baba Sheikh (Vater der Scheichs)

Der Baba Sheikh ist einer aus einer Schemsani oder auch Fakhradinfamilie stammende, von den Führern der Yeziden gewählte und von Mîr bestätigte Instanz. Seine Aufgabe ist es, die einzelnen Priestergruppen zu unterweisen und das Grab von Scheich Adi, das in der Nähe des Tempel Lalis liegt zu schützen. Jährlich muss er wenigstens zehn Versammlungen mit den Priestern einberufen, in denen hauptsächlich religiöse Themen behandelt werden sollen. Er lebt in mehr oder weniger ärmlichen Verhältnissen und erbt nach dem Tod des Mîr dessen Kleidungsstücke. Der Vater der Scheichs ist somit auch das Oberhaupt aller Scheichs und der Pîrs und ist verpflichtet jedes Jahr 42 Tage zu fasten. Die Festtage und Gebete werden von ihm eröffnet, die nach einem bestimmten Ritual durchgeführt werden müssen. Ebenfalls ist er dafür verantwortlich, das den Yeziden ihre religiösen Rechte erklärt werden. Seinen Lebensunterhalt bestreitet Baba Sheikh hauptsächlich von Almosen, die er auf Reisen in benachbarte Dörfer und von Gästen des Heiligtums erhält.

4. Pêsîman

Dieses Wort heißt soviel wie Gelehrter ersten Ranges und entstammen der Erbfolge des Scheich Hassan, also einem Adani Scheich. Das ist auch der Grund dafür warum eine Heirat zwischen den Familien der Pêsîmam und Scheich Hassan Scheichs erlaubt ist. Die Scheich Hassan Scheichs stellten auch eine lange Zeit das Oberhaupt der Yeziden.

5. Scheich

Die Scheichs unterteilen sich in drei Grundgruppen, den Adani, Schemsani und den Khatani (Xatani). Bei religiösen Fragen müssen die Scheichs den Murids zur Seite stehen, für die Murids jährlich eine Abgabe entrichten müssen. Die Höhe dieser Abgabe bestimmt der Murid selber. Es wird als Spende gesehen und darf somit nicht vom Scheich fest gelegt werden. Auf der Anderen Seite ist der Scheich wiederum verpflichtet dem ihm zugeordneten Murid Hilfe zu gewähren, wenn dieser in Not ist. Jede Scheichkaste hat innerhalb der Gesellschaft besondere Aufgaben. So sind beispielsweise einige Scheichfamilien dafür verantwortlich, das die Menschen bei bestimmten Krankheiten durch verschiedene Rituale geheilt werden. Andere wiederum haben die Aufgabe, böse Geister zu vertreiben.

6. Pîr

Als Priester der Yeziden haben die Pîr schon vor Scheich Adi eine bedeutende Stellung innerhalb der Gesellschaft gehabt. Nach Scheich Adi wurden die Scheichs hervor gehoben, wobei die Pîrkasten ein wenig an gesellschaftlicher Bedeutung verloren. Auch die Pîr sind für verschiede Rituale, wie beispielsweise Waschung von Toten oder Heilung bei Krankheiten zuständig.

7. Qewal

Als Erzähler von religiösen Gedichten, Mythen und Sagen gehören die Qewals der Kaste der Murid an. Ihre Aufgabe besteht unter anderem darin das religiöse Wissen in verbaler Form zu behalten, damit es nicht verloren geht. Sie habe die Aufgabe von Dorf zu Dorf zu Reisen und die Erzählungen weiter zu geben und eines der sieben Statuen des Taûs î Melek zu zeigen und dem Volk bei der Umkreisung des Symbol des Engel Pfau (der Statue) das heilige "Berat", aus der Erde von Lalis hergestellte Kügelchen zu verteilen. Diese kleinen Kugeln (Steine), die sich mittlerweile auch außerhalb der Herkunftsgebiete der Yeziden in den Wohnungen der Yeziden befinden, sollen vor Unheil und Krankheit schützen.

Als die Gefahr bestand, dass die Qewals, die ebenfalls endogam lebten, aussterben könnten, entschieden der Mîr (Fürst) und Baba Sheikh im Jahr 1950, dass die Gruppe der Qewals innerhalb der Muridkaste heiraten dürfen (vgl. Kizilhan 1997).

8. Kocek

Kocek wird auch als der Hörende beschrieben, der aus dem nicht Sichtbaren hört. So nimmt er innerhalb der verschiedenen Riten Verbindung mit der unsichtbaren Welt auf und berichtet von dem Schicksal der Verstorbenen, was auch seine vorrangige Aufgabe ist. In Zeiten des Unheils, so wird berichtet, hat er auch die Aufgabe, Träume zu interpretieren. Er das Recht und die Pflicht, bei Abwesenheit des Scheich und des Pîr diese zu vertreten. Die Koceks treffen mindestens zehn mal im Jahr mit dem Baba Sheikh zusammen, um über Pflichten und Verantwortung der Koceks du diskutieren und entsprechende Aufgaben entgegen zu nehmen. Der Kocek ist verpflichtet, 40 Tage im Sommer und 40 Tage im Winter zu fasten. Kocek kann den mir bisher vorliegenden Informationen zu Folge jeder Yezide werden, der die spirituelle Gabe hat.

9. Feqîr

Das aus dem kurdischen stammende Wort Feqîr bedeutet soviel wie "arm" oder "mittellos". Einer, der sich entschließt, Feqîer zu werden, gibt damit bekannt, das er sich allen weltlichen Gütern entsagt und nur noch Gott dienen will. Nach Dr. Ilhan Kizilhan kann jeder Yezide nach bestimmten Voraussetzungen Feqîr werden. So muss dieser die Aufnahme beim Mîr und Baba Sheikh beantragen und wird nach bestandener Prüfung in den Rang eines Feqîr gehoben (vgl. Kizilhan 1997). Nach den mir bisher vorliegenden Informationen muss der Bewerber Angehöriger einer Familie sein, die diesen Titel bereits trägt.
Als Zeichen der Ergebenheit zu Gott muss der Feqîr das Xerqe, ein aus rauer Schafwolle gewebtes Unterhemd tragen, das sehr rau auf der Haut liegt. Dieses Xerqe darf der Feqîr nur abnehmen, wenn er sich wäscht. Sonst wird es bis zum Tod und über den Tod hinaus noch getragen. Der Feqîr wird nach seinem Tod mit dem Xerqe beerdigt.

10. Micewir

Micewir sind Wächter und Pfleger der Heiligtümer, nehmen aber auch in den Dörfern die Aufgabe als Helfer und Berater wahr. Sie sind dort auch als Priester tätig.

11. Kebanî

Der Rang der Kebanî ist der höchste, den eine Frau in der religiösen Hierarchie belegen kann. Kebanî sind Angehörige eines Frauenorden im Heiligtum Lalis, dem nur Frauen beitreten können, die nie gegen die religiösen Regeln verstoßen haben. Diese Frauen leben dort auf Lebzeiten im Zölibat und sind für die Erhaltung der Tempel verantwortlich. Sie kümmern sich dort um die Haushaltsführung, die Gäste und sind so etwas wie Haushälterinnen im Heiligtum. Kebanî kann jede Yezidin werden, die von mindestens zwei lokalen Priestern befürwortet wurde.

12. Mirîd

Die Murid stellen die unterste aller Kasten. Sie sind verpflichtet, dem für sie zuständigen Scheich und Pîr zu folgen. Die Zuständigkeit der einzelnen Scheichs Pîrs für den einzelnen Muridclans wurde schon zur Zeit Scheich Adis festgelegt. Es ist den Murid nicht möglich gewesen, den Scheich oder Pîr zu wechseln. In der heutigen Zeit kann es aber dennoch zu entsprechendem Wechsel kommen, wobei dabei berücksichtigt werden muss, das der Scheich oder der Pîr aus der richtigen Unterkaste ist. Dieser Wechsel ist aber eher selten und wird von der Gesellschaft nicht gerne gesehen.

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